Im Herzen Flip-Flop

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Marokko

4 Feb 2026

Sand, Skorpione und Sonnenbrillen – eine ganz normale Woche in der Wüste

In den Dünen aufzuwachen ist ungefähr so, wie man sich Freiheit vorstellt – nur mit mehr Sand an Stellen, an denen Sand absolut nichts verloren hat. Egal. Erstmal alle duschen. Danach eine Runde Bogenschießen. Zielscheibe: eine Düne. Trifft man eh nie zweimal dieselbe Stelle, aber Hauptsache heroisch aussehen.

Über den Nomadenplatz ging es in den Rundkurs bei Merzouga. Esel, Dromedare und wir – alles im perfekten Licht des Sonnenuntergangs. Instagram hätte geweint vor Glück. Das Militär allerdings nicht. Die fanden unsere Route weniger poetisch und verweigerten uns freundlich, aber bestimmt die Durchfahrt. Also Plan B: zurück, ins Flussbett, irgendwie auf die andere Seite. Abenteuer lebt von Improvisation. Oder von Umwegen.

Wir fanden später einen wunderbaren Schlafplatz – schön versteckt, damit uns niemand erspähen konnte. Feuer an, Sterne an, Wüste an. Am nächsten Morgen dann die erste Begegnung der dritten Art: ein Skorpion unter dem Kochtopf. Eigentlich ein schönes Tier. Wenn man ihn nicht gerade beim Frühstück entdeckt.

Weiter ging’s, und plötzlich stand da ein Beduine, der nur eine Sache wollte: eine Sonnenbrille. Wir hatten tatsächlich noch eine alte dabei. Er war glücklich. Wir bekamen dafür einen schönen Stein. Wertanlage? Emotional auf jeden Fall.

Zurück in Merzouga schauten wir uns noch ein kleines Kunstatelier an – Kultur muss sein – bevor es weiter zum Tafelberg ging. Kochen, Lagerfeuer, Mondlicht. Romantiklevel: Sahara.

Am nächsten Morgen meldete sich Addis Reifen. Ein Stück Holz hatte sich durchgebohrt und beschlossen, dort zu wohnen. Also Reifen flicken. Währenddessen reparierten die anderen noch dies und das, weil irgendwas ja immer ist. Dann weiter. Zwischendurch Snack. Offroadfahren macht hungrig. Und staubig. Und hungrig.

Kurz vor Ende der Piste übernachteten wir nochmal. Alle müde, keiner hatte Lust, die Reifen wieder aufzupumpen oder sich von einem halben Dorf neugieriger Kinder umlagern zu lassen. Entscheidung: schlafen.

Am nächsten Tag nahmen wir es dann sportlich, fuhren den Rest Vollgas nach Zagora zurück und landeten beim Pistenkuh-Treffen. Viele sehr große, sehr teure Overlander. Schön anzusehen. Wir hielten uns lieber an die kleinen – gleiche Staubfarbe, bessere Geschichten.

Zwei lustige Tage, tonnenweise Erfahrungsaustausch und jetzt… müssen wir erstmal waschen. Alles. Mehrfach.

4 Feb 2026
3 Feb 2026

Chorizo, Rallye und der Dicke im Sand

Auf dem Campingplatz trafen wir Robert. Robert hatte ein Auto. Also theoretisch. Praktisch hatte es ein Problem. Die Jungs waren natürlich sofort hilfsbereit – schließlich sind wir unterwegs immer Mechaniker, ob wir wollen oder nicht. Robert zeigte sich erkenntlich: mit hervorragender Chorizo und ein paar Bier. Problemlösung auf internationalem Niveau.

Am nächsten Tag ging’s erst mal zum Souk. Prioritäten setzen. Essen finden. Danach startete unsere große Mission: Werkstätten abklappern auf der Suche nach einem neuen Kompressor. Nicht, weil unserer kaputt wäre – nein – sondern weil er so langsam ist, dass man in der Zeit locker einen Kaffee kochen kann. Leider fanden wir keinen Kompressor, dafür aber etwas viel Wichtigeres:

Wir mussten als Fotomodelle für die Garage Iriki herhalten. Reparatur hin oder her – der PR-Dude akzeptiert kein Nein. Lächeln. Klick. Karriere als Werkstatt-Testimonial freigeschaltet.

Dann ging’s weiter auf die nächste 280-km-Piste. Nach einer gefühlten Ewigkeit aus nichts, noch mehr nichts und ein paar Dromedaren stolperten wir plötzlich mitten in eine Rallye. Kurz anhalten, gucken, Rettungshubschrauber bestaunen, weiterfahren. Ganz normaler Dienstag.

Addi hatte dann noch einen richtig starken Spot für die Nacht gespeichert: endlose Weitsicht, tief unten winzig klein die Rallye-Autos. Einige verfuhren sich sogar zu uns hoch auf den Berg – vermutlich, weil sie unsere Spuren für die ihrer Rallye-Fahrer hielten. Spoiler: taten sie nicht.

Wir kochten lecker, saßen rum und beobachteten die Wüstenmäuse bei ihrem Abendprogramm. Naturkino deluxe.

Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang ging’s runter und weiter Richtung Merzouga. Erstmal mussten wir überhaupt die Piste finden und den Einstieg in den trockenen Oued-Ziz-Fluss. Die Hänge waren etwas zu hoch für den Dicken – also erstmal planlos umhergurken. Aber irgendwann: Treffer. Piste gefunden. Erfolg!

Gegen Abend erreichten wir die roten Dünen von Merzouga. Und siehe da: Der Dicke schaffte sogar die großen Dünen. Wir schliefen oben auf dem roten Sand, mit einem unfassbaren Blick – müde, sandig, glücklich.

Fazit: Kein Kompressor, dafür Chorizo, Rallye, Wüstenmäuse und ein Auto, das mehr kann als man ihm zutraut. Läuft.

3 Feb 2026
24 Jan 2026

Mondlandschaft, Sandsturm & kopulierende Katzen

Vom Foum Zguid aus sind wir voller Optimismus auf eine Rundpiste eingebogen. Nach ein paar freundlichen Steinen standen wir plötzlich in einer Mondlandschaft, nur ohne Raumanzug und mit deutlich schlechterer Funkverbindung.

Wir kürzten ab (weil Abkürzungen ja immer eine hervorragende Idee sind) und wechselten auf die Südroute Richtung Erg Chegaga.

Dann kam der Lac Iriqi – trocken wie unsere Lippen nach drei Stunden Sandwind. Zum Glück ein paar Matschpfützen auf der Piste: Endlich sieht der Dicke wieder so aus, wie es sich für ein echtes Reisefahrzeug gehört. Dreck ist schließlich Patina.

Mit dem Sonnenuntergang kam der Sandsturm. Erst romantisch, dann unangenehm, dann apokalyptisch. Alles wurde immer unwirklicher. Wir fanden eine hohe Düne und dachten: Perfekt, Windschutz! Zwei andere Overlander dachten exakt dasselbe. Gruppenkuscheln in der Wüste.

Der Sand war so scharf, dass selbst die Gedanken knirschten. Also schnelle Brotmahlzeit, rein ins Bett, Welt aus.

Am nächsten Morgen: Der Buchanka von Addi & Steffi hatte beschlossen, Teil der Düne zu werden. Ein bisschen schieben, ein bisschen fluchen – zack, Freiheit.

Weiter ging es durch die surreale Landschaft:

Dromedare hier, ein alter Militärposten dort, Wüstenkäfer mit offensichtlich besseren Navigationsskills als wir. Gegenverkehr? Fast keiner. Eine geführte Offroad-Tour und ein niederländischer Toyota – natürlich.

Dann endlich M’Hamid. Treffpunkt der komplett dünenverrückten Irren. Der Ort wirkt wie ein Fiebertraum: Sand stürmt durch alles, ein paar Cafés kämpfen tapfer dagegen an, Esel übernehmen den Lieferverkehr und Katzen vögeln mitten im Restaurant. Willkommen in der Zivilisation.

Weiter nach Zagora, ab in die Palmenoase.

2 Tage, 300 km Piste. Jetzt erstmal: chillen.

24 Jan 2026
24 Jan 2026
22 Jan 2026

Wüste, Wein, Willkür & Kamelgulasch

Kaum angekommen, zeigte die Wüste direkt ihr Begrüßungsprogramm: Sandsturm. Regen. Chaos.

Wir haben das Ganze heldenhaft auf dem Campingplatz überstanden und uns dabei gefühlt wie Profis.

Manchmal trifft man unterwegs Menschen, bei denen man nach drei Sätzen weiß: Die passen. Die bleiben. Die fahren mit.

So geschehen mit Steffi & Addi, stilecht unterwegs im Buchanka. Es war Liebe auf den ersten Blick – zumindest auf Reiselevel – und so beschlossen die beiden kurzerhand, mit uns wieder Richtung Wüste abzubiegen. Vernunft? Hatten wir kurz. Ging aber schnell verloren.

Danach ging es auf die Piste. Und die wurde immer schöner. So schön, dass wir beschlossen: Warum weiterfahren?

Also geblieben, Feuerholz gesägt, Feuer gemacht, Wein geöffnet.

Der Wein war nach dem Abend dann auch… sagen wir mal: emotional verarbeitet.

Am nächsten Tag klassische Aufgabenverteilung:

Die Frau repariert erstmal den Stuhl. Der Mann widmet sich liebevoll den Fettnippeln des Dicken. Mechanik-Romantik vom Feinsten.

Zurück auf die Straße – um sie direkt wieder zu verlassen, denn: Luft ablassen.

Die Feuerstelle war schon im Aufbau, als plötzlich die Polizei vorbeikam und uns bat, unseren Outdoor-Traum zu beenden. Begründung: Nähe zur algerischen Grenze.

Unsere Meinung: maximal willkürlich, schließlich waren es noch entspannte 20 km. Aber gut – Diskussion verloren, Laune kurz beleidigt.

Also wieder auf die Piste, 30 Minuten weiter in die absolute Pampa, dort geschlafen wie gesetzlose Könige.

Am nächsten Tag dann erstmal das Wichtigste: Bier kaufen.

In einem Hotel – denn das Zeug bekommt man hier nicht überall. Wenn man schon zivilisiert ist, dann richtig. Danach ein massiver Einkauf:

👉 Kamelfleisch

👉 Hühnchen

Weil warum nicht?

Dann Kilometer gefressen bis Foum Zguid. Highlight des Tages: Dusche. Fließendes Wasser ist einfach ein Geschenk.

Abends gab’s dann Kamelgulasch und Hühnchen mit Honigsoße. Kulinarisch irgendwo zwischen Beduinenküche und „Wir probieren das jetzt einfach“.

Der Abend? Sehr feucht.

Details sparen wir uns. Würde sonst unglaubwürdig klingen.

Am nächsten Tag mussten wir erstmal akklimatisieren. Körper, Geist und Restalkohol auf einen Nenner bringen.

Morgen? Geht’s wieder auf die Piste. Weil wir offenbar nichts gelernt haben. 

22 Jan 2026
18 Jan 2026

Anti-Atlas: kalt, karg, grandios

Von Tiznit nach Tafraoute wird die Vegetation zunehmend karger – wir sind im Anti-Atlas. Der Wind ist kalt und scharf, und warum die Berber hier ihre dicken Mäntel mit Mützen tragen, wird mehr als deutlich. Tafraoute liegt eingebettet in eine imposante Granitlandschaft. Die Landwirtschaft ist aufgrund des ausbleibenden Regens nahezu zum Erliegen gekommen.

Wir besuchten ein Berbermuseum. Der Guide erzählte uns, dass er hier geboren wurde. Das Haus existiert seit sechs Generationen und wird von der Familie instand gehalten, um es im Sommer als Ferienhaus zu nutzen. „Da kommen ohnehin keine Touristen“, sagt er – bei 48 Grad. Im Winter hingegen ist es eben ein Museum. Der Hausvertrag ist in Alt-Berberschrift auf ein Holzstück geschrieben, andere wichtige Dokumente werden in Bambusröhrchen aufbewahrt. Prinzipiell ist alles alt, wie bei uns – nur der Umgebung angepasst.

Wir verbrachten die Nacht auf einer großen, freien Fläche. Am nächsten Morgen spazierten wir durch die unwirklichen Hügel und waren schnell völlig platt. Denn die so imposanten Felsformationen bestehen aus nichts anderem als zusammengebackenem Sand und Kies. Was für ein Anblick.

Weiter ging es durch eine Oasenstadt – so wunderschön – und plötzlich standen wir in einem trockenen Flussbett. Ein riesiges Flussbett. Dromedare zogen vorbei. Wir suchten nach Felsmalereien und Gravuren, die wir schließlich auch fanden. Herrlich! Einzelne Gazellen, Herden und vermutlich ein Karakal – wunderschöne Darstellungen.

Wir fuhren die geschobene Piste weiter, quasi im Flussbett des Canyons. Es war überwältigend: Wir so klein, Mutter Erde so gigantisch. Am Ende der Strecke fiel dem Mann ein, dass er von heftigem Hochwasser in Marokko gelesen hatte. Inzwischen hatten wir selbst gesehen, dass hier gewaltige Wassermassen gewütet und vieles zerstört hatten – Häuser, Palmen, alles wurde mitgerissen. Wir lasen noch einmal nach und stellten fest, dass wir uns tatsächlich in einem ehemaligen Katastrophengebiet befanden.

Wir fuhren bis Ichi, aßen dort sehr lecker und fielen anschließend völlig erschöpft ins Bett.

18 Jan 2026
16 Jan 2026

Von Quads, Snowboards und dem Tajin, den keiner mehr sehen kann

Die Timlalin-Sahara-Dünen beschlossen, uns noch nicht gehen zu lassen. Morgens tauchte Rachid auf – selbstverständlich auf einem Quad. Anders kommt man hier nicht vorbei. Wir philosophierten sofort über Gott, die Welt und natürlich die Weltpolitik. Kommunikationsmittel: Google Übersetzer. Erstaunlich, wie gut man damit über komplexe globale Zusammenhänge reden kann, wenn keiner so genau weiß, was der andere eigentlich meinte.

Der Mann verschenkte direkt unsere unterwegs gefundene Pfanne und einen Besen. Rachid war begeistert. Beides konnte er sehr gut gebrauchen. Dinge finden auf Reisen immer genau ihren Menschen. Oder zumindest jemanden, der Platz dafür hat.

Am Nachmittag ging es mit Rachids kleinem Bruder Hüssein auf eine kleine Tour durch die Dünen. Sand, Sonne, breites Grinsen, immer wieder anhalten und gucken. Als wir zurückkamen, wurden wir direkt zum Essen eingeladen. Natürlich gab es Tajin. Kartoffel, Gemüse, Hühnchen. Klassiker. Überraschung gleich null, Genuss gleich hundert.

Wir saßen lange zusammen, redeten, lachten, übersetzten. Rachid gab uns ein altes Snowboard, damit wir damit die Düne hinunterfahren konnten. Wintersport in der Sahara. Der Mann entdeckte dabei völlig neue Seiten an sich. Ich glaube, er hätte fast einen Skipass verlangt.

Zum Abschluss liefen wir noch durch einen kleinen Canyon. Ein magischer Ort mit ausgewaschenen Formen, ruhig, still, fast unwirklich. Abends fuhren wir wieder hoch in die Düne zum Schlafen. Sand überall. Im Bett, in den Schuhen, in der Seele. Gehört jetzt dazu.

Am nächsten Morgen waren wir mit den Jungs vom Quadverleih zum Frühstück verabredet. Die Frau zauberte Rührei, die Jungs brachten gekochte Eier, Brot und Olivenöl mit. Einfach, herzlich, perfekt. Danach verabschiedeten wir uns und fuhren weiter Richtung Süden.

In der Stadt der Farben gab es einen sensationellen Cappuccino. Die Stadt ist unfassbar bunt und wunderschön. Wahnsinn. Ab hier begann allerdings wieder das große Surfer-Tam-Tam. Alles sehr touristisch, sehr „Bro“, sehr „Yoga am Strand bei Sonnenaufgang“. Nicht unseres.

Wir fuhren durch Taghazout durch. Auch Agadir ließ uns eher müde zurück. Europäischer geht’s kaum. Man könnte denken, man ist irgendwo zwischen Spanien und einem Surfkatalog gelandet.

Ausserhalb von Agadir fanden wir noch ein riesiges Areal von Metall, Holz, Edelstahl, Motoren. Hier findet man vermutlich jedes Metallteil, was man benötigt. Abgefahren.

Jetzt sind wir in Tiznit, der Silberstadt. Endlich wieder ruhig. Viele Menschen fahren Fahrrad, die Stadt ist entspannt, nicht hektisch. Hier wird viel genäht und zwar von Männern. Berberkleidung und Schuhe - wer mal wieder richtigen Klebstoff schnüffeln will, der kommt hier her. Und die Palmen wachsen hier wirklich – nicht dekorativ gepflanzt, sondern einfach so, wie Palmen das eben tun.

Die Campingplätze allerdings: komplett überfüllt mit Wohnmobilen. Wir standen vor einem Campingplatz, direkt daneben ein Tajin-Verkaufsplatz. Nein, kein Platz. Ein Tajin-Gebirge. Drei Meter hoch. Gestapelt wie archäologische Schichten der Keramikgeschichte.

Der Mann sagte trocken: „Ich kaufe doch keinen Tajin. Ich nehme unseren Kochtopf. Ich kann die Dinger nicht mehr sehen.“

Gleichzeitig werden dort immer noch mehr Tajine angeschleppt. Niemand weiß, wer die alle kaufen soll. Wir fragen uns ernsthaft, ob die Tajine sich nachts vermehren.

Am liebsten würden wir fragen, ob wir den Tajin ganz unten in der Mitte des Stapels bekommen können. Einfach, um zu sehen, ob dann alles zusammenbricht.

16 Jan 2026
13 Jan 2026

Von Buddelaktionen, Grilldoraden und norddeutschem Sprachrückfall

In Rabat trafen wir mal wieder Familie Glöckner samt ihrer rollenden Legende „Emma“ (Iveco THW). Gemeinsam wurde Stadt geguckt, getrennt wurde Stadt geguckt, und weil wir ausnahmsweise ohne drei Kinder unterwegs waren, waren wir… nun ja… unfassbar schnell. Also weiter Richtung Süden.

Kurz darauf: Jackpot. Ein Campingplatz mitten in den Dünen. Sand, Weite, Glücksgefühl. Familie Glöckner kam einen Tag später hinterher und kaum standen alle, wurde erstmal gebuddelt. Wir waren uns sicher: Die dicke Emma frisst diese Düne zum Frühstück. Spoiler: tat sie nicht. Der Sand war weicher als unser Optimismus.

Während wir noch schaufelten, rollten Pia und Vince an – seit vier Jahren Vollzeit im LKW unterwegs. Zack, war aus einer Bergungsaktion eine Kaffeerunde mit internationalem Fachsimpeln, Gelächter und dem kollektiven Kopfschütteln über zu weichen Sand.

Wir blieben drei Nächte. Lagerfeuer, ein bisschen Beleuchtung, Gespräche bis spät und natürlich ein Strandtag. Die drei Jungs der Glöckners sind genauso großartig wie ihre Eltern. Pia und Vince auch. Nebenwirkung des Treffens: Die Frau erlitt einen spontanen Rückfall in den norddeutschen Heimatslang. Seitdem wird wieder geschnackt. Unaufhaltsam.

Dann ging’s Richtung Essaouira. Einkaufen hier, gucken da, und schwupps – Übernachtung irgendwo in der Pampa. Sterne inklusive, Zivilisation optional.

Heute Morgen also Essaouira. Hafenbummel, Stadtbummel, Fischbummel. Am Hafen kauften wir eine Dorade, die ungefähr so frisch war, dass sie uns fast wieder weggeschwommen wäre, und gaben sie direkt nebenan zum Grillen ab. Katzen überall, Möwen im Tiefflug, Tourigassen voller Kram, den man nicht braucht, aber unbedingt anschauen muss. Hafenkino vom Feinsten.

Weiter ging’s durch das Arganbaumgebiet: kurvig, plötzlich regnerisch, wunderschön. Als Entschuldigung für das Wetter gab’s dann einen Regenbogen und einen Ausblick, bei dem selbst wir kurz still waren. Kurz.

Jetzt stehen wir fix und fertig in den Timlalin-Sahara-Dünen. Sand überall, Augen halb zu, Herz voll. Erstmal schlafen. Morgen dann: Sonne. Sand.

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